Lehm
Aushublehm aus der Region. Richtig gewählte Bindemittel entscheiden darüber, ob er am Ende in den Boden zurückkehren kann.
ZÜRICH BINZ / ALT-WIEDIKON
Ein kleiner begehbarer Pavillon, ein Haus im Miniaturformat. Kinder, Jugendliche und Familien bauen es Schicht für Schicht gemeinsam mit Fachpersonen - und erfahren dabei mit allen Sinnen, woher Baumaterial kommt und wohin es zurückkehrt.
Lehm und Stroh gelten im Bauwesen oft als «primitiv», obwohl viele Regionen über Jahrhunderte mit ihnen gebaut haben. Verloren gegangen ist weniger das technische Wissen als die Kontinuität: lokale Lieferketten und das Handwerkswissen, das in ihnen steckte.
Ein Spielplatz kann diese nicht wiederherstellen. Aber er kann ein Ort sein, an dem man die Materialien erlebt und die Menschen trifft, die mit ihnen arbeiten - eine Grundlage, um Vorbehalte auch bei Erwachsenen und in der Baubranche abzubauen.
Statt komplexer Berechnungen erleben Kinder und Familien handfest, was Dämmung, passive Energienutzung, Kreislaufdenken und Ressourcenschonung konkret bedeuten. Der Anspruch bleibt bewusst bescheiden: Das Haus zeigt Prinzipien im menschlichen Massstab.
25 %
der gesamten Treibhausgasemissionen der Stadt Zürich entstehen im Gebäudebereich: Wärmeversorgung, Bautätigkeit und Stromversorgung.
Stadt Zürich, Klimaschutzplan 2025 (Basisjahr 2022)
37 %
der jährlichen globalen energie- und prozessbedingten CO2-Emissionen entfallen auf den Bausektor.
UNEP, Global Status Report for Buildings and Construction 2024 (Daten 2022)
13
Monate von der Materialrecherche bis zur offenen Dokumentation.
Massgebend ist der Weg, nicht das Material an sich. Wir kartieren, was die Region hergibt, und verfolgen jedes Material zurück: wer es anbaut, gewinnt oder erntet, wie es verarbeitet wird, was ihm zugesetzt wird und wohin es am Ende gehen kann. Lehm, Stroh, Hanf und Holz sind die Kandidaten, die wir erwarten. Das Mapping bestätigt sie oder verwirft sie.
Aushublehm aus der Region. Richtig gewählte Bindemittel entscheiden darüber, ob er am Ende in den Boden zurückkehren kann.
Stroh und Hanfschäben, Koppelprodukte der regionalen Landwirtschaft, sofern die Region sie hergibt. Als Ballen, Schüttung oder Leichtlehm dämmen sie. Koppelprodukte kommen vor neu Angebautem oder Gewonnenem.
Holz, so regional wie es das Mapping zulässt. Wir bevorzugen kurze Längen und kleine Querschnitte, die Kinder selbst tragen und setzen können. Die Tragstruktur bleibt bei den Fachpersonen.
Geplant über 13 Monate ab Dezember 2026. Der Starttermin hängt von der Standort- und Mittelklärung ab.
Offene Workshops für Familien und Schulklassen. Keine Vorerfahrung nötig
- Werkzeug, Material und Anleitung sind vor Ort.
Das Bauwerk mag ephemer sein — was bleibt, ist die Methode. Mischungsverhältnisse, Testresultate, Quellen und Lieferkontakte sowie der Bauablauf werden offen veröffentlicht, damit andere Quartiere, Schulen und Spielplätze sie an ihre eigenen Bildungsangebote anpassen können.
Karte, Matrix und Kriterienblatt der Materialwege in der Region.
Ab Februar 2027Programm, Unterlagen und Bauablauf zum Anpassen an den eigenen Ort.
Ab September 2027